Pädagogik

Müssen sollen oder Können wollen

Wenn ich nur darf, wenn ich soll,
aber nie kann, wenn ich will,
dann kann ich auch nicht, wenn ich muss.

Wenn ich aber darf, wenn ich will,
dann mag ich auch, wenn ich soll,
und dann kann ich auch, wenn ich muss.

Denn merke: Die können sollen, müssen auch wollen dürfen.

verfasst von: Johannes Conrad

(Johannes Conrad lebte von 1929 bis 2005. Ab 1956 lebte er mit seiner Familie in Berlin. Er war ein geschätzter Satiriker der DDR und über 40 Jahre einer der Hauptautoren des Magazins „Eulenspiegel“, welches er mit seinem Stil nachhaltig prägte.)

Der Begriff Pädagogik stammt von dem altgriechischen Wort „paidagogía“ ab, welcher soviel wie Erziehung bedeutet und sich zumeist auf Kinder und Jugendliche bezieht.

Man geht davon aus, dass Erziehung ein notwendiger Prozess ist, um wichtige Kompetenzen und neues Wissen zu erlernen. Erziehung soll Kinder stark machen und sie auf ihrem Weg begleiten. Die Basis der Erziehung stellt das Beziehungsdreieck dar, dessen Ecken folgende sind:

Empathie (Einfühlungsvermögen)
Akzeptanz und Toleranz (ich nehme das Kind an, wie es ist)
Kongruenz (authentisch sein- Wort und Tat müssen übereinstimmen).

Wenn wir die Erziehung als ein Gebäude betrachten, sind die sozialen Beziehungen zum Kind unser Fundament, worauf sich fünf Säulen für eine entwicklungsfördernde Erziehung stützen.

  1. Säule: emotionale Wärme, Liebe und Geborgenheit
  2. Säule: Achtung, Toleranz und Anerkennung des Kindes
  3. Säule: kooperatives Verhalten, durch Eingehen auf die Interessen und Bedürfnisse
  4. Säule: Struktur geben, denn Kinder brauchen Grenzen und Regeln zur Entwicklung
  5. Säule: allseitige Förderung, in dem man Raum und Zeit schenkt

Kommt ein Kind auf die Welt, ist sein Gehirn nicht voll entwickelt. Synapsen müssen sich noch bilden und Verknüpfungen herstellen. Deshalb sind für die Entwicklung eines Kindes besonders die ersten Jahre seines Lebens von großer Bedeutung, sowie eine gute Bindung zu den Bezugspersonen und ein stabiles soziales Umfeld. Den Einfluss unserer Umwelt auf die Entwicklung eines Kindes, beziehungsweise den Prozess des Hineinwachsens in die Gesellschaft, nennt man Sozialisation. In den ersten drei Lebensjahren findet die primäre Sozialisation statt, hier werden die Voraussetzungen für alle späteren sozialen Lernprozesse geschaffen.

„Der Mensch ist ein Werk der Natur, ein Werk der Gesellschaft und ein Werk seiner selbst.“
(verfasst von Johann Heinrich Pestalozzi)